Gräser gehören in jeden Garten

Vom Mini-Bärenfellgras bis hin zum riesigen Pampasgras: Kaum eine andere Pflanze hat so eine große Bandbreite wie Gräser. Sie bieten Struktur und ordnen den Blick, oft zaubern sie auch einfach etwas Leichtigkeit ins Beet. „Der große Vorteil von Gräsern ist, dass sie Zukunftspflanzen sind“, sagt Gartenexperte Jürgen Völlmecke. Denn sind Gräser eingewachsen, sind sie meist hitzetolerant und trockenheitsverträglich. „Angewachsene Pflanzen brauchen auch im Sommer nicht gegossen zu werden – außer sie stehen im Kübel“, erklärt Völlmecke weiter. Bekommen sie nur wenig Wasser, vertrocknen sie nicht, es kann aber sein, dass sie keine Blütenstände schieben. Trotzdem überleben sie heiße und trockene Sommer meist ohne großen Schaden.

Gräser sorgen für frischen Wind im Garten.

Im Trend liegt derzeit ein Gras, das sich durch einen extrem straff aufrechten, säulenartigen Wuchs auszeichnet und auch bei Wind oder Regen nicht umknickt: die Rutenhirse Northwind. Das Gras wird etwa 120 bis 180 Zentimeter groß und ist enorm robust und frosthart. 

Beliebt ist auch der Chinaschilf: Die Gräserfamilie überzeugt mit einer großen Sortenvielfalt. Je nach Sorte wächst Chinaschilf aufrecht, locker überhängend oder besonders kompakt. Viele Sorten begeistern durch dekorative Blattzeichnungen, etwa mit weißen Blatträndern oder markanten Querstreifen. Von August bis Oktober schmücken zudem filigrane Blütenrispen die Pflanzen. Im Herbst sorgt das Laub vieler Sorten zusätzlich für eine attraktive Färbung im Garten.

Nichts von der Beliebtheit eingebüßt hat auch das Pampasgras. „Oft wird es zu Unrecht als invasiv eingestuft. Dabei produzieren alle im Handel erhältlichen Sorten keine Samen“, erklärt Jürgen Völlmecke. Für das Pampasgras sind Höhen der Wedel bis zu drei Metern keine Seltenheit. Doch auch kleinere Gärten müssen auf das Gras nicht verzichten: Die Sorte ‚Tiny Pampa‘ bleibt deutlich kleiner, sie wird maximal 120 Zentimeter hoch. Wie alle anderen Sorten des Pampasgrases sind die Halmränder allerdings recht scharf. „Pflanzen Sie das Pampasgras bitte nicht an den Wegrand, das kann sonst in kurzen Hosen auch mal für kleine Schnitte an den Beinen sorgen“, sagt der Gartenexperte. 

Gräser sind in aller Regel recht anspruchslos. Will man ihnen etwas Gutes tun, hilft man mit Rasendünger nach. „Je nach Düngergabe kann man den Wuchs steuern“, erklärt Jürgen Völlmecke. Wer wenig düngt, sorgt also dafür, dass das Gras nicht zu groß wird und auch weniger Blütenstände produziert. Alle Gräser können den ganzen Winter über stehen bleiben, empfehlenswert ist es, sie zusammenzubinden, so dass keine Nässe in das Herz eindringt, dies gilt insbesondere bei Pampasgras. Im späten Winter müssen sie dann zurückgeschnitten werden. Etwa eine handbreit über dem Boden werden sie einfach komplett abgeschnitten – sie treiben im Frühjahr wieder neu aus und wachsen schnell zu voller Größe heran.